Ihr Kind ist ständig in Bewegung – und Sie am Limit?
Wenn Ihr Kind nicht stillsitzen kann, ständig abgelenkt ist oder in der Schule immer wieder aneckt – dann wissen Sie, wie anstrengend das für alle Beteiligten ist. Vielleicht hören Sie Sätze wie „Der muss sich halt mehr anstrengen“ oder „Die braucht einfach strengere Regeln“. Aber so einfach ist es nicht. Und es ist nicht Ihre Schuld.
Was ist ADHS?
ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) bedeutet, dass das Gehirn Reize anders verarbeitet. Kinder mit ADHS können sich schwer konzentrieren, sind oft impulsiv und manchmal extrem unruhig. Es gibt auch die ruhige Variante (ADS) – diese Kinder wirken verträumt und „in ihrer eigenen Welt“, werden aber oft übersehen.
ADHS ist keine Erziehungssache. Es ist eine neurobiologische Besonderheit, die gut behandelbar ist.
Erste Anzeichen – worauf Sie achten können
- Kann sich nur schwer länger auf eine Aufgabe konzentrieren
- Vergisst Dinge, verliert häufig Sachen
- Kann nicht warten, bis es an der Reihe ist
- Platzt mit Antworten heraus, unterbricht andere
- Ist ständig in Bewegung, zappelt, kann nicht stillsitzen
- Reagiert bei Frust sehr heftig (Wutausbrüche)
- Hat trotz normaler Intelligenz Schwierigkeiten in der Schule
Nicht jedes unruhige Kind hat ADHS. Aber wenn diese Anzeichen über Monate bestehen und den Alltag deutlich beeinträchtigen, lohnt sich eine Abklärung.
Der Weg zur Diagnose
- Kinderarzt/Kinderärztin: Erste Anlaufstelle – schildern Sie Ihre Beobachtungen.
- Kinder- und Jugendpsychiatrie: Fachärztliche Diagnostik mit Tests und Fragebögen.
- Schulpsychologie: Über die Bildungsdirektion Burgenland – kostenlose Abklärung.
- Klinische Psychologie: Testung bei niedergelassenen Psycholog:innen.
Die Diagnose dauert meist mehrere Termine, weil verschiedene Bereiche abgeklärt werden. Das ist gründlich – und gut so.
So geht es weiter – nächste Schritte
- Verhaltenstherapie: Hilft Ihrem Kind, Strategien für den Alltag zu entwickeln.
- Elterntraining: Unterstützt Sie dabei, mit herausforderndem Verhalten umzugehen.
- Medikation: In manchen Fällen kann Medikation helfen – das entscheidet die Fachärztin/der Facharzt gemeinsam mit Ihnen.
- Schulische Unterstützung: SPF-Bescheid, angepasste Lernumgebung, Bewegungspausen.
- Erhöhte Familienbeihilfe: Bei einem Grad der Behinderung ab 50 % möglich.
So unterstützen wir an der ASO Stegersbach
In unseren Klassen schaffen wir einen strukturierten Alltag mit Bewegungspausen und individuellen Rückzugsmöglichkeiten. Unsere Pädagog:innen sind geschult im Umgang mit impulsivem oder oppositionellem Verhalten und setzen auf Beziehungsarbeit statt Druck. Elternberatung und regelmäßiger Austausch sind uns wichtig.
Hilfe und Beratung – diese Stellen sind für Sie da
ADAPT – ADHS-Selbsthilfe Österreich
Information und Austausch für betroffene Familien
→ Website besuchen
Bildungsdirektion Burgenland – FIDS
Schulpsychologie und Fachbereich Inklusion
→ Website besuchen
Sozialministeriumservice – Landesstelle Burgenland
Behindertenpass, Förderungen, Beratung
Tel.: 05 99 88 | Neusiedler Straße 46, 7000 Eisenstadt
→ Website besuchen
Servicestelle für Menschen mit Behinderungen – Land Burgenland
Kostenlose Beratung und Vermittlung
→ Website besuchen
Erhöhte Familienbeihilfe beantragen
Beim Finanzamt – ab 50 % Grad der Behinderung
→ Alle Infos auf oesterreich.gv.at
Familienland Burgenland – Förderungen
→ Website besuchen
Sie haben Fragen oder brauchen Unterstützung?
Kontaktieren Sie uns – wir nehmen uns Zeit für Sie.
Tipp für Eltern: In unserem Ratgeber für Eltern finden Sie eine Übersicht aller wichtigen Schritte, Anlaufstellen und Unterstützungsmöglichkeiten rund um den Schulalltag an der ASO Stegersbach.